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Land- und Watergrabbing in Lateinamerika

FIAN stellt aktuellen Report zu Menschenrechts-verletzungen und Landraub in Brasilien vor

Referent: Roman Herre, Agrarreferent FIAN Deutschland

  • 18.02.2020, 19:30-21:30 h
  • Salon Freiraum
  • Gottesweg 116
  • 50939 Köln Sülz-Klettenberg

Seit der Finanzkrise 2007 ist verstärkt Ackerland in den Blick der Pensionskassen geraten. Durch den systematischen Abbau der umlagefinanzierten Rentensysteme legen heute Pensionskassen weltweit unglaubliche 41 Billionen US-Dollar an, um Rendite für ihre Pensionäre zu erwirtschaften.

Da wundert es nicht, dass heute der größte Landbesitzer der Welt ein Pensionswerk ist: TIAA aus den USA. Laut eigenem „Farmland Report“ hat TIAA weltweit mittlerweile 850.000 Hektar Land aufgekauft – mehr als die Ackerfläche von Baden-Württemberg.

2012 ist auch die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe auf diesen Trend aufgesprungen und hat 100 Millionen US-Dollar in einen Land-Fonds von TIAA investiert – auch für Landankäufe in Brasilien. Durch diese neue Jagd nach Land, auch „Landgrabbing“ genannt wird vielen Gemeinden durch die industrielle Landwirtschaft buchstäblich das Wasser abgegraben, weswegen sie oftmals auch ihre zwangsweise reduzierte Ackerfläche aufgeben müssen.

Die aktuell veröffentlichte FIAN Studie beschreibt und analysiert die ökologischen und menschenrechtlichen Auswirkungen von Landgrabbing und der massiven Ausweitung der Agrarindustrie in der Region MATOPIBA im Norden und Nordosten Brasiliens und legt einen Schwerpunkt auf die Beteiligung und Rolle Deutschlands.

Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Gesprächskreis Sülz-Klettenberg und FIAN Deutschland

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Transformation und politische Linke

Buchvorstellung und Diskussion mit Dieter Segert

27. August 2019, 19:30-21:30 h

Der andere Buchladen, Weyertal 36, Köln-Sülz

Trotz multipler Krisen ist die politische Linke fast überall geschwächt. Dagegen sind die Konservativen im Aufwind und rechte Populisten sind dabei, den Kapitalismus in ihrem Sinne umzubauen. Ist es möglich, in einer solchen Zeit grundlegender Umbrüche aus den eigenen Lebenserfahrungen, die ja Vergangenes spiegeln, zu lernen für Entscheidungen, die zukünftig anstehen? Wie kann in dieser Situation umgesteuert werden, und was lässt sich aus der ostdeutschen Transformation dafür lernen?

Der Autor analysiert ostdeutsche und osteuropäische Umbrüche. Er entwickelt auf der Grundlage seiner Lebenserfahrungen und seiner wissenschaftlichen Arbeit sowie in Reaktion auf aktuelle Debatten Ideen für einen Weg in eine solidarische Gesellschaft und partizipatorische Demokratie. Seine Schlussfolgerung: Die politische Linke sollte sich wieder auf die Kraft sozialer Utopien besinnen.

Dieter Segert war Professor für Politikwissenschaft an vier Universitäten und in zwei Gesellschaftssystemen (Humboldt-Universität Berlin vor und nach 1989, Prag, Wien), seine politische Heimat ist eine solidarische und demokratische Linke.

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Thomas Kuczynski Sozialismus in der DDR: -Woran ist er gescheitert?

 Zur DDR-Wirtschaftsgeschichte

24. September 2019, 19:30-21:30 h,

Alte Feuerwache, Großer Clubraum,

Wer heute für Sozialismus eintritt, muss sich der Frage nach dem Scheitern des Realsozialismus in der DDR stellen. Dabei geht es nicht nur um Demokratie und Menschrechte, sondern auch darum, wie eine sozialistische Wirtschaft funktionieren kann: War das Staatseigentum  der richtige Weg oder gibt es dazu Alternativen? Warum war die sozialistische Planwirtschaft der Steuerung durch Markt und Profitmaximierung unterlegen? Vor welchen Schwierigkeiten stand die DDR-Wirtschaft und welche Lösungsstrategien wurden gesucht?

Thomas Kuczynski war prominenter Wirtschaftshistoriker in der DDR, er ist profunder Marx-Kenner, auf den Schultern von Marx, aber er will sich nicht als Marx-Adept verstanden wissen – und er war und ist ein kritischer Begleiter des „Realsozialismus“.