„Rückkehr nach Reims“ (Didier Eribon)

  1. Februar 2017, 19:30 h

Salon Freiraum, Gottesweg 116a, 50939 Köln

Offene Diskussion. Einführung und Moderation Wilfried Görgen.

Mit seinem Buch Rückkehr nach Reims hat Didier Eribon viel Aufmerksamkeit im Feuilleton und in der linken Szenerie erfahren. In einer gelungenen Mischung aus persönlicher Erzählung und soziologischer Analyse versucht er Antworten zu geben auf sozialkulturelle und politische Veränderungen in Bevölkerungsgruppen die gemeinhin als „Arbeiterklasse“ bezeichnet werden. Das Buch regt sowohl zur Reflexion der eigenen Sichtweise der „Arbeiterklasse“ als auch der verbreiteten Zuschreibung, diese sei ein „revolutionäres Subjekt“, an. Eribon entfaltet in seinem Buch zudem einen Erklärungszusammenhang der Wendung des „kommunistisch-sozialistischen“ Milieus in Frankreich hin zum Rechtspopulismus des Front National. In der Veranstaltung wollen wir die beschreibenden Aussagen des Buchs diskutieren und erste Schlussfolgerungen für die politisch-gesellschaftliche Zukunft versuchen zu formulieren. Dabei wollen wir – auf der Spur der Methodik des Autors – sowohl über die subjektiven Erfahrungen und Bilder als auch über die analytischen Aussagen sprechen. Wir gehen davon aus, dass das Buch in seinen Grundthesen bekannt ist.

“Ich würde es wieder tun – Texte aus dem kolumbianischen Knast”

(“Volvería a hacer lo mismo – textos de los carceles”)

Speakerstour und Diskussion
mit Katherine Rendón Fernández und Álvaro Giraldo

En español – mit deutscher Übersetzung

Donnerstag, den 14. Juli 2016, um 19.30 Uhr

Im Allerweltshaus, Großer Saal, Körnerstr. 77-79, Köln-Ehrenfeld,

Eintritt frei – Spenden für die kolumbianischen Inhaftierten erwünscht.

Die Referent*innen werden Texte von politisch Gefangenen aus kolumbianischen Gefängnissen vorstellen. Es sind autobiografische Erzählungen, Gedichte, Kurzgeschichten, Berichte und Anklagen, die von den Ungerechtigkeiten des politischen Systems berichten, von der Behandlung politischer Menschen in Kolumbien durch die Justiz und politischer Gefangener im Gefängnisalltag. In den Erzählungen teilen die politischen Gefangenen auf eine unübliche Weise ihre Erfahrungen und ihre individuelle Sicht über die komplexe Situation in Kolumbien mit. Kollektive, Organisationen, soziale und politische Initiativen werden vorgestellt. Das Land befindet sich einerseits in einem historischen Moment, der zu einem Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen dem Staat und den aufständischen Kräften führen könnte. Auf der anderen Seite forciert der Staat die Kriminalisierung sozialer Proteste, der politischen Oppositionen, kritischen Gedankenguts und besonders der subalternen Bevölkerung.

Katherine Rendón Fernández, Anwältin und Historikerin, arbeitet für das CSPP “Komitee für die Solidarität mit politischen Gefangenen” (Comité de Solidaridad con Presos Políticos – CSPP).

Álvaro Giraldo, Menschenrechtsaktivist aus Kolumbien, arbeitet für das CSPP.